Botanischer Garten

Herbarium

Die Universität Bern besitzt ein umfangreiches Herbarium. Es wird auf mehrere hunderttausend Belege geschätzt. Ein Teil davon ist in Räumlichkeiten des BOGA untergebracht.

Herbarbogen
Ein neu präparierter Herbarbogen

Für die Wissenschaft ist ein Herbarium aus verschiedenen Gründen wertvoll. Ausgestorbene Arten können der Nachwelt oft nur noch in Form von Herbarexemplaren erhalten bleiben. Mit Hilfe der manchmal über 150 Jahre alten Belegen können Rückschlüsse auf heute erloschene Pflanzenvorkommen, oder über sich in neuerer Zeit oft problematisch stark ausbreitende Neophyten geschlossen werden. Nicht zuletzt muss auch für jede neu beschriebene Pflanzenart ein sogenanntes Typusexemplar in einem Herbarium hinterlegt werden. Der neue Name bleibt dann für immer mithilfe dieses Exemplars klar definiert.

Das Berner Herbarium setzt sich aus verschiedenen Teilen zusammen.

  • Ein Vergleichsexemplar steht den Studenten zur Verfügung, um ihre Artkenntnisse zu üben.
  • Das umfangreiche Herbarium Helveticum enthält Belege aus der ganzen Schweiz, alle nach Pflanzenart geordnet.
  • Das Herbarium Generale besteht aus Funden aus dem restlichen Europa und aus der ganzen Welt.
  • Auch einige bedeutende Privatsammlungen namhafter Botaniker sind heute in das Herbarium der Universität Bern integriert. Zu nennen sind zum Beispiel H. Gerber aus Langnau, R. Sutter, Peter Fuchs oder F. von Tavel mit seiner einzigartigen Farnsammlung.

Vor einigen Jahren kam die ganze botanische Sammlung des Naturmuseum Solothurn hinzu. Diese wurde restauriert und wissenschaftlich bearbeitet. Die Angaben der Fundetiketten wurden in einer Datenbank erfasst, welche die wissenschaftliche Auswertung der Daten ermöglicht.