Botanischer Garten

Natrurschutz und Artenförderung

Der BOGA ist ein wichtiger Partner bei der Umsetzung von Artenschutz und Artenförderungsmassnahmen. So werden in Zusammenarbeit mit Kantonen und anderen Institutionen gefährdete Arten ex situ (ausserhalb ihres natürlichen Lebensraums) im BOGA kultiviert und für Wiederansiedlungsprojekte bereitgestellt. Zum Teil stehen die WissenschaflterInnen des BOGA aber auch beim Auffinden geeigneter Wiederansiedelungsflächen oder dem richtigen Sammeln der gefährdeten Arten beratend zur Seite.

Wiederansiedelung

Deutsche Tamariske

Die Deutsche Tamariske (Myricaria germanica) ist eine Pionierart von Flussläufen und besiedelt frisch freigelegte oder aufgeschüttete Kiesbänke. Wegen der Kanalisierung vieler Flussläufe sowie der Schaffung von Stauseen findet die Deutsche Tamariske heute kaum noch geeignete Lebensräume und steht auf der Roten Liste Schweiz der gefährdeten Gefässpflanzen. Zusammen mit dem Kanton Bern versucht der BOGA die Deutsche Tamariske in restaurierten Flussläufen im Berner Oberland wiederanzusiedeln.

Wiederansiedelung

Acker-Gelbstern

Der Acker-Gelbstern (Gagea villosa) ist eine typische Art von Ackerrändern und Weinbergen, kommt aber auch in Parkanlagen vor. Wegen der Intensivierung der Landwirtschaft und dem Einsatz von Pestiziden ist der Acker-Gelbstern in der Schweiz in seiner Verbreitung stark zurück gegangen und gilt heute in der Schweiz als vom Aussterben bedroht. Zusammen mit den Kantonen Basel-Landschaft und Basel-Stadt und dem Botaniker Michael Ryf versucht der BOGA dem Acker-Gelbstern unter die Arme zu greifen und durch Wiederansiedlungen neue Populationen zu gründen. Der BOGA unterstützt die Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt und den Botaniker Michael Ryf, welche durch Wiederansiedelungen neue Populationen gründen wollen.

Umsiedlung

Bocks-Riemenzunge

Die Bocks-Riemenzunge (Himantoglossum hircinum) gehört wohl zu den spektakulärsten einheimischen Orchideenarten. Mit ihren extrem verlängerten Zungenblüten, die bis zu 6 cm lang werden können, und einem etwas unangenehmen Bocksgeruch ist sie klar von allen anderen Orchideen in der Schweiz zu unterscheiden. Im Auftrag des Bundesamtes für Strassten (ASTRA) hat der BOGA eine von Bauarbeiten bedrohte Population der als potentiell gefährdet gelisteten Bocks-Riemenzunge an der A16 ausgegraben und in den BOGA verpflanzt. Nach Beendigung der Bauarbeiten an der A16 sollen die Orchideen wieder in einen geeigneten Lebensraum nahe ihres ursprünglichen Standortes ausgepflanzt werden.