Botanischer Garten

Botanischer Garten wird vollumfänglich in die Universität Bern integriert

Organisatorisch ist der Botanische Garten BOGA seit 2010 der Verwaltungsdirektion der Universität angegliedert. Ab 2018 wird der Beitrag des Kantons für den BOGA nun in das Budget der Universität Bern integriert. Damit muss das Betriebsbudget des BOGA nicht mehr separat beantragt werden. Der Betrieb und das Personal können so langfristig im Rahmen der Vereinbarung zwischen Kanton und Universität gesichert werden.

Der Botanische Garten BOGA stellt mit seiner enormen Vielfalt von rund 5’500 verschiedenen Pflanzenarten aus aller Welt einen Garten des Wissens und Lernens und einen Ort zum Verweilen für alle dar. Er zeigt die Vielfalt der Pflanzen und vermittelt ihre grosse Bedeutung für den Menschen – und macht auf ihre Gefährdung aufmerksam.

Botanische Gärten waren seit jeher mit Universitäten verbunden. Sie bieten wichtige Freiluft-Laboratorien und in vivo-Studienobjekte für junge Botanikerinnen und Botaniker, Pharmazeutinnen und Pharmazeuten und Forschenden aus verwandten Disziplinen. Zusätzlich werden Botanische Gärten zunehmend als Plattformen für die Wissensvermittlung an Schülerinnen und Schüler und die Öffentlichkeit, sowie für kulturelle Anlässe genutzt.

Nachdem der Betrieb des BOGA in den letzten Jahren von mehreren Stellen – Kanton und privaten Stiftungen – finanziert wurde, geht ab 2018 der Beitrag von 1'050'000 Franken für die Führung des BOGA in den ordentlichen Kantonsbeitrag an die Universität über. Dadurch können der Betrieb und das Personal langfristig gesichert werden. Am 10. Oktober hat die Universitätsleitung die Leistungsvereinbarung 2018 – 2021 zwischen der Universitätsleitung und der Leitung des Botanischen Gartens genehmigt. Sie tritt per 1. Januar 2018 in Kraft.

Christian Leumann, Rektor der Universität Bern, zeigt sich erfreut über die vollständige Integration und betont die Bedeutung des botanischen Gartens: «Der BOGA ist nicht nur eine anschauliche Schnittstelle zwischen Uni und Gesellschaft, er ist auch ein Grossexperiment für die Gewinnung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse.»

Gute Zusammenarbeit zwischen BOGA und Institut für Pflanzenwissenschaften

Im unteren Teil des BOGA-Areals unterhalb der grossen Schauhäuser befinden sich die Arbeitsräumlichkeiten des BOGA: Büros, Anzucht, Überwinterungs- und Schulungsräume. Im oberen Teil des Areals ist mit mehreren Gebäuden das Institut für Pflanzenwissenschaften (IPS) der Universität Bern angesiedelt. In der Forschung des IPS werden Fragen zum Zusammenwirken von Molekülen, Zellen, ganzen Pflanzen, Ökosystemen und globalen Veränderungen untersucht, wie: wie entstehen Arten? Wie leben und verteidigen sich Pflanzen? Warum sind manche Arten selten, während sich andere rasch ausbreiten? Wie entsteht die Vielfalt der Pflanzen, welche Bedeutung hat sie für den Menschen, und wie kann zu ihrer Erhaltung und Förderung beigetragen werden? Der BOGA und das IPS arbeiten auch in der Lehre zusammen. So stellt der BOGA  Anschauungsmaterial für Lehrveranstaltungen und botanische Bestimmungsübungen zur Verfügung.

Für den Forschungsstandort Bern ist das 2016 eröffnete neue Forschungsgewächshaus in Ostermundigen, das zum IPS gehört, von grosser Bedeutung. Die Anlage bietet das ganze Jahr über gleiche klimatische Bedingungen und damit die Möglichkeit für langfristige Experimente. Ein wichtiges neues Projekt ist etwa die Untersuchung zur Artbildung von Petunien, das vom Europäischen Forschungsrat (ERC) dieses Jahr mit einem ERC Advanced Grant ausgezeichnet wurde.

«Die Synergie und gute Zusammenarbeit mit dem IPS und anderen universitären Einrichtungen und die gute Vernetzung mit vielen wichtigen Partnerinstitutionen erlauben es dem BOGA, neue  Erkenntnisse zu erarbeiten und sofort weiterzuvermitteln», sagt Markus Fischer, Direktor des IPS und Direktor des BOGA. «Der BOGA ist nicht nur ausgeprochen schön, sondern mit seiner modernen Mission, das Verhältnis zwischen Pflanzenvielfalt und Mensch zu beleuchten, in der in Wissenschaft und Öffentlichkeit bestens aufgestellt.»

Der Berner Botanische Garten

Die Anfänge des Botanischen Gartens in Bern liegen in der Zeit der Aufklärung im späten 18. Jahrhundert. Wie in anderen Städten gab es auch in Bern Anfänge an unterschiedlichen Orten in der Stadt. Seit 1862 befindet sich der BOGA im Altenberg am Aarehang neben der Lorrainebrücke. Er ist somit der Botanische Garten der Schweiz, der sich am längsten am selben Ort befindet.

Das Vermitteln der Faszination, Bedeutung und Förderung pflanzlicher Vielfalt ist ein zentrales Anliegen des Gartens. Mit der Präsentation seiner Sammlungen, botanischen Ausstellungen, Broschüren und Führungen wendet sich der Botanische Garten an eine breite Öffentlichkeit. Für Schüler gibt es vom Kindergarten über alle Schulstufen bis zu den Fachhochschulen im BOGA viel Lehrreiches zu entdecken und zu erfahren. Die Gartenpädagogik vermittelt Wissen in altersgerechten Programmen, beantwortet Fragen und ermuntert auch zum lustvollen Selberforschen. Kunstausstellungen, Lesungen, Theateraufführungen und Konzerte machen den Bezug zwischen Natur und Kultur lebendig. Mit seinem vielfältigen Angebot ist der BOGA Bern eine wichtige Schnittstelle zwischen der Universität und der Bevölkerung.
Der BOGA ist täglich geöffnet. Der Eintritt ist frei.

13.11.2017