Botanischer Garten

Dissertationen, Master- und Bachelorarbeiten

Am BOGA werden zahlreiche Abschlussarbeiten von Studenten der Universität Bern durchgeführt. Dazu gehören Dissertationen (Doktorarbeiten), Masterarbeiten und Bachelorarbeiten. Viele der Arbeiten werden in Zusammenarbeit mit dem Institut für Pflanzenwissenschaften und anderen nationalen oder internationalen wissenschaftlichen Einrichtungen durchgeführt.

Dissertation von Sarah Bürli

Ursachen der Seltenheit von Pflanzenarten und deren Auswirkungen auf den Artenschutz

In der Schweiz ist ein bedeutender Teil der Blütenpflanzen gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht. Viele dieser Arten sind stark im Rückgang und bereits sehr selten. Die Ursachen dieser Seltenheit sind aber oft nicht bekannt. Damit Artenförderungsmassnahmen, wie z.B. Wiederansiedelungen, erfolgreich sind, müssen diese Ursachen jedoch einbezogen werden. Ziel dieser Arbeit ist es, theoretische und praktische Kenntnisse über seltene Arten zusammenzuführen und damit unseren Kenntnisstand zu verbessern sowie die Umsetzung von Wiederansiedlungen zu erleichtern.

Betreuung durch: Prof. Dr. Markus Fischer, Dr. Andreas Ensslin

2020

Masterarbeit von Olivier Magnin

Kann das Ansiedeln von Artengemeinschaften die Etablierung von seltenen Arten fördern? Ein experimenteller Test mit zwei prioritären Arten im Mitteleuropäischen Halbtrockenrasen (Mesobromion)

In einem Ansiedlungsexperiment mit zwei seltenen Enzianen, werden die Effekte verschiedener Pflanzmethoden auf den Ansiedlungserfolg untersucht. Insbesondere werden Effekte von Auspflanzungen in Artengemeinschaften untersucht, um die Bedeutsamkeit von Nachbarpflanzen in Auspflanzungen aufzuklären.

Betreuung durch: Prof. Dr. Markus Fischer, Dr. Deborah Schäfer, Dr. Andreas Ensslin

Masterarbeit von Giotto Roberti-Maggiore

Die Beziehung zwischen abiotischen Faktoren, Landnutzungsintensität, Keimungspotential und der Populationsstabilität von acht geschützten Orchideenarten der Schweiz

Viele Orchideen in der Schweiz sind aufgrund globaler Veränderungen (u.a. Landnutzung, Klima, biologische Invasionen) bedroht. Durch eine Feldstudie werden mögliche Ursachen der Populationsstabilität acht einheimischer Orchideenarten untersucht.

Betreuung durch: Prof. Dr. Markus Fischer, Dr. Deborah Schäfer
Abgegeben: fortlaufend

2019

Masterarbeit von Hannah Inniger

Notwendigkeit und Umsetzbarkeit von Mikroreservaten zum Schutz prioritärer Pflanzenarten in der Schweiz

Viele Standorte prioritärer Pflanzenarten der Schweiz sind bereits in Datenbanken gelistet, was erste Analysen z.B. bezüglich bestehendem Schutz durch Schutzgebiete ermöglicht. Durch eine Fallstudie wird ein Teil dieser Daten validiert, um beurteilen zu können, welche Arten auf zusätzlichen Schutz durch Mikroreservate angewiesen sind und für welche Arten dies umsetzbar wäre.

Betreuung durch: Prof. Dr. Markus Fischer, Dr. Stefan Eggenberg, Dr. Katja Rembold
Abgegeben: April 2019

2018

Bachelorarbeit von Carolina Senn

Frassversuche an seltenen Arten mit Raupen, Nacktschnecken und Gehäuseschnecken

Herbivorie wird als ein wichtiger Faktor gehandelt, der die Häufigkeit von Pflanzenarten in der Natur beeinflusst. Dementsprechend könnte Herbivorie auch zur Seltenheit von Arten beitragen. Um diese Hypothese zu testen, wurden Frassversuche von drei wirkbellosen Herbivoren an 23 seltenen und häufigen Pflanzenarten durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass Schnecken bestimmte Pflanzenfamilien bevorzugen und dass Raupen des Baumwollspinners auf seltenen Arten besser wachsen.

Betreuung durch: Prof. Dr. Markus Fischer, Dr. Andreas Ensslin
Abgegeben: 2018

“Caterpillar, Snail and Slug Bioassays with Rare and Common Plant Species” - Bachelor thesis written by Carolina Senn (PDF, 1.2 MB)

2017

Dissertation von Hugo Vincent

Experimentelle Vergleiche zwischen von sehr seltenen bis häufigen Pflanzenarten der Schweiz

Weshalb sind einige Pflanzenarten selten und andere häufig? Dies ist eine Frage die sowohl von fundamentalem wie auch angewandtem Interesse ist. In dieser Dissertation wurden die Keimfähigkeit, die Toleranz zu Klimaveränderungen sowie die genetische Vielfalt und das konsequente evolutionäre Potential von gut 70 sehr seltenen bis häufigen Pflanzenarten verglichen um einer Antwort zu dieser Frage näher zu kommen. Es wurde festgestellt, dass seltene Arten mehr unter Veränderungen des Klimas leiden als häufige, dass seltene Arten insgesamt weniger Biomasse produzieren als häufige und dass ihre Samen schlechter keimen als die der häufigen Arten. Auf der anderen Seite konnte gezeigt werden, dass seltene Arten kein geringeres evolutionäres Potential haben als häufige Arten und das erfolgreiche Ansiedelungen von seltenen Arten mit einem guten Netzwerk zwischen Wissenschaft und Naturschutz durchaus möglich sind.

Betreuung durch: Prof. Dr. Markus Fischer, Dr. Anne Kempel
Abgegeben: 2017

Experimental comparisons among very rare to widespread plant species of Switzerland. Inaguraldissertation vorgelegt von Hugo Vincent (PDF, 1.7 MB)

Masterarbeit von Joëlle Christina Michel (2017)

Pathogene Blattpilze auf heimischen und eingeführten Arten im Botanischen Garten

Im BOGA wurden im Verlauf eines Jahres 488 heimische und eingeführte Pflanzenarten auf den Befall pathogener Blattpilze untersucht. Während z.B. Rostpilze heimische und eingeführte Pflanzenarten gleichermassen befallen haben, schienen andere Gruppen, wie Mehltau, eine Präferenz für heimische Pflanzenarten zu haben.

Betreuung durch: Prof. Dr. Markus Fischer, Sebastian Keller, Stefan Blaser
Abgegeben: 2017

Fungal Leaf Pathogens on Native and Alien Species in the Botanical Garden. Master thesis, Joëlle Christina Michel (geb. Ast) (PDF, 798KB)

2015

Dissertation von Christine Föhr

Klimatische Effekte auf heimische Pflanzen in Schweizerischen Botanischen Gärten

Diese Studie untersucht die Auswirkungen von Klimaerwärmung auf 165 heimische Pflanzenarten, welche im Freilandbereich von 10 Botanischen Gärten in der Schweiz kultiviert werden. Fünf der Gärten befinden sich im Tiefland und bei den anderen fünf Gärten handelt es sich um Alpengärten in über 1500 m Höhe. Die Überlebensrate und Reproduktion von alpinen Arten war unter wärmeren Bedingungen im Tiefland verringert, sowohl bei häufigen, als auch bei seltenen Arten.

Betreuung durch: Prof. Dr. Markus Fischer, Prof. Dr. Jasmin Joshi
Abgegeben: September 2015

Publikationen: Razanajatovo, Mialy; Föhr, Christine; van Kleunen, Mark; Fischer, Markus (2018): Phenological shifts and flower visitation of 185 lowland and alpine species in a lowland botanical garden. In Alpine Botany 128 (1), pp. 23–33. DOI: 10.1007/s00035-018-0201-x.

Climate Effects on Native Plants in Swiss Botanical Gardens. Inauguraldissertation vorgelegt von Christine Föhr (PDF, 2.7 MB)

1999

Diplomarbeit von Christine Augsburger

Die Bienenfauna (Hymenoptera, Apidae) im Botanischen Garten Bern

Eine Untersuchung der Bienenfauna im Botanischen Garten Bern aus dem Jahr 1998 brachte eine Artenliste von 71 Bienenarten hervor, welche sechs Arten enthält, die in der Schweiz als gefährdet gelistet sind. Botanische Gärten bieten wichtigen Lebensraum für Wildbienen und können zu ihrem Schutz beitragen indem sie Besucher über Wildbienen informieren.

Betreuung durch: Prof. Dr. Jürg Zettel
Abgegeben: 1999

Publikationen: Augstburger C, Zettel J (2002) Die Bienenfauna (Hymenoptera, Apidae) im Botanischen Garten Bern (Schweiz). Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaft in Bern 59:79–99.