Botanischer Garten

Naturschutz und Artenförderung

Der BOGA ist ein wichtiger Partner bei der Umsetzung von Artenschutz und Artenförderungsmassnahmen. So werden in Zusammenarbeit mit Kantonen und anderen Institutionen gefährdete Arten ex situ (ausserhalb ihres natürlichen Lebensraums) im BOGA kultiviert und für Wiederansiedlungsprojekte bereitgestellt. Zum Teil stehen die WissenschaflterInnen des BOGA aber auch beim Auffinden geeigneter Wiederansiedelungsflächen oder dem richtigen Sammeln der gefährdeten Arten beratend zur Seite.

Deutsche Tamariske

Foto: Deutsche Tamariske

Wiederansiedlung der Deutschen Tamariske

Die Deutsche Tamariske (Myricaria germanica) ist eine Pionierart von Flussläufen und besiedelt frisch freigelegte oder aufgeschüttete Kiesbänke. Wegen der Kanalisierung vieler Flussläufe findet die Deutsche Tamariske heute kaum noch geeigneter Lebensraum und steht auf der Roten Liste. Zusammen mit dem Kanton Bern versucht der BOGA die Deutsche Tamariske in restaurierten Flussläufen in Berner Oberland wiederanzusiedeln.

Acker-Gelbstern

Wiederansiedelung des Acker-Gelbsterns

Der Acker-Gelbstern (Gagea villosa) ist eine typische Art von Ackerrändern und Weinbergen, kommt aber auch in Parkanlagen vor. Wegen der Intensivierung der Landwirtschaft und v.a. dem vermehrten Einsatz von Pestiziden ist der Acker-Gelbstern in der Schweiz stark unter Druck geraten und wird heute in der Schweiz als vom Aussterben bedroht eingestuft. Zusammen mit den Kantonen Basel-Landschaft und Basel-Stadt versucht der BOGA dem Acker-Gelbstern unter die Arme zu greifen und durch Wiederansiedlungen neue Populationen zu gründen.

Bocks-Riemenzunge

Foto: Ausgrabung Bocks-Riemenzunge

Umsiedlung der Bocks-Riemenzunge im Zuge von Bauarbeiten an der A16

Die Bocks-Riemenzunge (Himantoglossum hircinum) gehört wohl zu den spektakulärsten einheimischen Orchideenarten. Mit ihren extrem verlängerten Zungenblüten, die bis zu 6 cm lang werden können, ist sie klar von allen anderen Orchideen in der Schweiz zu unterscheiden. Im Auftrag des Bundesamt für Strassen ASTRA hat der BOGA eine von Bauarbeiten bedrohte Population der Riemenzunge an der A16 ausgegraben und in den Garten verpflanzt. Nach Beendigung der Arbeiten an der A16 wird sie wieder an eine geeignete Stelle zurückverpflanzt.

Borstige Glockenblume & Kleinling

© Beat Bäumler (Anagallis minima)

Wiederansiedlung der borstigen Glockenblume und des Kleinlings im Kanton Aargau

Die borstige Glockenblume (Campanula cervicaria) sowie der Kleinling (Anagallis minima) sind zwei stark gefährdete Pflanzenarten der Schweiz. Aufgrund ihres starken Rückgangs in den letzten Jahren wird beiden Arten ein hoher Massnahmenbedarf zugeordnet. Im Auftrag des Kanton Aargau vermehrt der BOGA diese beiden seltenen Arten für Wiederansiedlungsprojekte im Kanton Aargau. Dabei sollen die Pflanzen im BOGA angezogen und zur Blüte kommen. Danach werden die daraus entstehenden Samen für die Wiederansiedlungsmassnahmen verwendet.