Botanischer Garten

Pflanzen des Monats 2021

Februar : Ein sonderbares Gras

Der Schwarzen Bambus ist direkt am Zaun auf Höhe Palmenhaus zu bewundern.
Der Schwarzen Bambus ist direkt am Zaun auf Höhe Palmenhaus zu bewundern. Foto: Adi Möhl

In diesem Februar müssen wir uns damit begnügen, die Pflanzen im Botanischen Garten «über den Zaun» zu betrachten. Erstaunlich, was vom Altenbergrain her alles entdeckt werden kann! Einer, der einen ganz besonderen Kontrast zur weissen Schneedecke darstellt, ist der Schwarze oder Schwarzrohr-Bambus.

Ein aussergewöhnliches Gras

Bambusarten kommen natürlicherweise in der ganzen Welt vor – einzig in Europa und der Antarktis fehlen sie. Sie stellen eine riesige Gruppe dar und gehören zu den Süssgräsern, ganz so wie etwa der Hafer auf den Feldern oder die Rispengräser auf der Wiese.  Zwischen 1000 bis 1500 Arten wurden bis heute beschrieben.

Allein in der Gattung Phyllostachys finden sich über 50 Arten, darunter auch der Schwarze Bambus, der am Zaun beim Altenbergrain wächst. Wer hätte gedacht, dass diese Pflanze, mit den auffällig schwarzen und verholzten Halmen ein Gras ist?  

Bambussprossen

Phyllostachys-Arten sind beim Menschen besonders beliebt, weil man die Sprossen von etlichen Arten essen kann. Der Schwarze Bambus wurde 1823 zum ersten Mal nach Europa eingeführt – nicht um ihn zu essen, sondern als Zierpflanze, weil seine aussergewöhnlichen Halme sehr dekorativ sind.

Schwarze Bergwiesen

Natürlicherweise kommt der Schwarze Bambus in den Gebirgen der Provinz Hunan in China vor, wo er auf über 1000 Meter Höhe in offenen Wäldern und Bergwiesen vorkommt und diese oftmals stark dominiert.   

Drei Freunde im Winter

Bambus, Kiefer und Winterpflaume sind in China drei wichtige Pflanzen, weil sie dem Winter trotzen. Bambus und Kiefer sind immergrün und die Pflaume öffnet ihre Blüten manchmal schon im Februar. Deshalb sind Malereien mit den drei Pflanzen in Ostasien sehr beliebt und sie dürfen auch in keinem Garten fehlen – so auch nicht im Asiengebiet im Botanischen Garten, den man vom Altenbergrain wunderbar bestaunen kann. 

Januar: Saftige Kugel

Orangenbaum in der Orangerie
Deborah Schäfer

Im Sommer ist der Orangenbaum (Citrus sinensis (L.) Osbeck) auf der Palmenhausterrasse zu finden, wo im März und April die süss duftenden, weissen Blüten zu bewundern sind. Die Früchte reifen im Winter und sind deshalb für Besucher*innen meist nicht zu sehen. Denn der Orangenbaum stammt ursprünglich aus dem subtropischen Asien und verträgt keine Minustemperaturen. Er überwintert, wie auch fast alle anderen Zitrusfrüchte, vor Kälte geschützt in der Orangerie.

Interessante Familienverhältnisse

Aufgrund genetischer Untersuchungen wird davon ausgegangen, dass die Orange keine natürliche Art ist, sondern eine Kreuzung zwischen Mandarine (Citrus reticulata Blanco) und Pampelmuse (Citrus maxima (Burm.) Merr.), beide ihrerseits bereits Kreuzungen und nicht natürliche Arten. Erstmals wurde die Orange in China oder Südostasien kultiviert. Darauf weist auch der wissenschaftliche Artname «sinensis» hin, was so viel wie «aus China stammend» bedeutet. Erst im 15. Jahrhundert kam die Orange nach Europa. Heutzutage ist sie eine der weitverbreitetsten Früchte weltweit.

Grün und reif – kein Widerspruch

In Regionen mit tropisch-warmen und feuchten Nächten bleiben die Orangen auch wenn sie reif sind, grün. Grün ist also kein Reife-merkmal der Früchte. Da viele Verbraucher dies jedoch nicht wissen, werden grüne Früchte mittels Ethylengas «entgrünt», was sogar zu Qualitätseinbussen führen kann.

Gesunde Kugel

Unter den Zitrusfrüchten ist die Orange diejenige mit dem höchsten Gehalt an Vitamin C. Bereits der Verzehr einer Orange am Tag deckt den Tagesbedarf an Vitamin C eines Erwachsenen. Sie enthält auch viele weitere Mineralstoffe, wie zum Beispiel Kalium, Calci-um und Phosphor.

Farbenfrohes Inneres

Blond- und Blutorangen sind Sorten, welche ursprünglich aus denselben Elternpflanzen, also Mandarine und Pampelmuse, entstanden sind. Mittlerweile gibt es viele verschiedene solche Sorten, die sich vor allem in Grösse, Farbe und Säuregehalt unterscheiden.