Botanischer Garten

Pflanzen der Monats 2022

Januar: Winterblüte

Winterblüte (Chimonanthus praecox (L.) LINK)
Die hängenden Blüten der Winterblüte (Chimonanthus praecox (L.) LINK) an den kahlen Ästen. Foto: Katja Rembold

Die Winterblüte (Chimonanthus praecox (L.) Link) stammt aus den Bergwäldern Chinas. Von dort wurde sie als Zier- und Heilpflanze nach Japan und Korea gebracht. Später gelangte sie auch nach Amerika und Australien und Mitte des 18. Jahrhunderts wurde sie nach Europa gebracht.

Blütenpracht mitten im kalten Winter

Die Winterblüte behält ihr Herbstlaub bis spät in den Winter hinein und wirft ihr Laub erst im Dezember oder Januar ab. Kurz darauf erscheinen an den kahlen Ästen die zierlichen, hängenden Blüten. Diese «Winterbluescht» bleibt bis kurz vor dem Austrieb der neuen Blätter im März erhalten. Auf die Blüten, die im Winter erscheinen, weisst auch der wissenschaftliche Name hin. So heisst «cheimon» Winter und «anthos» Blüte. Und «praecox», was so viel wie «vorzeitig» heisst, deutet auf das Erscheinen der Blüten vor den Blättern hin.

Zitronig, würzig und doch süss!

Die Blütenblätter der kleinen und eher unauffälligen Blüten sind aussen gelblich-weiss und innen purpurn geadert. Der Strauch fällt aber weniger durch seine Blüten auf, sondern vielmehr durch deren angenehmen, süsslichen Duft. Er besteht aus mehr als 30 verschiedenen Duftmolekülen. Durch die komplexe Zusammensetzung ist der Duft kaum mit einem anderen zu vergleichen. Er ist ein spannendes und gut ausgeglichenes Spiel aus Süsse, zitroniger Säure und einer gewissen Würze. Besonders an sonnigen Tagen steigt er bereits beim Vorbeigehen in die Nase. So lockt er auch die wenigen Insekten an, die im Winter an den sonnigen Tagen unterwegs sind. Diesen bietet er eine wertvolle Nahrungsquelle und wird im Gegenzug von ihnen bestäubt.

Heilender Duft gegen den Winterblues

Der angenehme Duft der Blüten wird in der Parfumindustrie genutzt und in Form eines ätherischen Öls soll er bei depressiven Verstimmungen helfen. Als Tee werden die Blüten in China und Japan gegen verschiedenste Beschwerden, wie zum Beispiel Erkältungen, als Heilpflanze eingesetzt. Ganz besonders lecker soll ein Tee aus denjenigen Blüten sein, deren innere Blütenblätter nur wenig purpurn verfärbt sind.