Botanischer Garten

Pflanze des Monats 2023

Januar: Laternen- Banksie (Banksia ericifolia L.f.)

 

Die Blütenstände der Laternen-Banksie leuchten im Gondwanahaus im Australienteil. Foto: Silvan Glauser

Wenn die Farben im Januar die Schweiz eher trüb erscheinen lassen, sehnt man sich nach Buntheit, Blumen und frischem Grün. Im neuen Gondwanahaus findet sich all dies und eine leuchtende Laterne dazu: Jetzt strahlen die Blütenstände der Laternen-Banksien besonders schön!

Sir Joseph Banks an der Botany Bay

Banksien gehören zur Familie der Zuckerbuschgewächse, den Proteaceen. Die meisten Arten dieser typischen Gondwana-Familie finden sich in Australien. Ihren Namen verdanken sie dem britischen Botaniker Sir Joseph Banks, einem Wegbegleiter des berühmten Entdeckers James Cook. 1770 sammelte Banks die Laternen-Banksie in der Botany Bay bei Sidney und brachte einen Herbarbeleg dieser Art von seiner Weltreise nach Europa. Dort wurde sie von Carl Linnaeus dem Jüngeren beschrieben, welcher Banks auch gleich mit dem neuen Gattungsnamen Banksia für seine Verdienste ehrte. Cook wiederum benannte die Bucht bei Sidney «Botany Bay» weil seine Begleiter dort so viele spannende Pflanzen fanden – darunter auch die Laternen-Banksie.

Ein Honigtopf, aber nicht für jeden Garten

Banksien sind für ihre üppige Nektarproduktion bekannt. In ihrer Heimat sind sie deshalb für viele Tiere wichtige Nahrungsquellen. Zu den Bestäubern gehören dabei so ungewöhnliche Arten wie die Gelbfuss-Beutelmaus (ein Beuteltier und Verwandter des Kängurus) oder Mosaikschwanzratten, welche zu den Nagetieren gehören, sowie zahlreiche Vogelarten. Während die honigschleckenden Vierbeiner Banksien vor allem mit ihren Schnauzhaaren bestäuben, so erweisen sich Vögel auf der Nektarjagd mit ihren Schnäbeln als nicht weniger wertvolle Bestäuber.

In Australien ist die Laternen-Banksie eine geschätzte Gartenpflanze. Im harschen mittel-europäischen Klima ist die Haltung dieser Art schwierig und kann nur Leuten mit Wintergarten empfohlen werden. Viel einfacher ist es da, die bizarren Blütenstände in der Australienecke des Gondwanahaus zu geniessen – dort blühen sie fröhlich in den tristen Wintermonaten.