Botanischer Garten

Gondwanahaus

Ein neues Schauhaus zeigt die Flora, welche auf dem Grosskontinent Gondwana ihren Ursprung hat. Einzigartig in der Schweiz, wird das Gondwanahaus der Flora der Südhemisphäre gewidmet. Hier werden Arten gezeigt werden, die nicht winterhart sind, als südhemisphärische Pflanzen aber oft im hiesigen Winter blühen. So ist es mitten im Berner Winter möglich, einen (Jahreszeit-)Sprung in den Südsommer zu machen! Ab dem 28. Oktober 2022 ist das neue Gondwanahaus im BOGA für das Publikum geöffnet.

Blick ins Gondwanahaus

Der Südkontinent Gondwana umfasste die Gebiete des heutigen Afrika, Südamerika, Indien, der Arabischen Halbinsel, Madagaskar, Australien, Neuseeland und der Antarktis. Weil diese Landmassen im südlichen Urkontinent miteinander verbunden waren, weisen sie noch heute gemeinsame Pflanzengruppen auf. Andere Pflanzengruppen entwickelten sich erst nach der Teilung Gondwanas und kommen nur auf einzelnen Kontinenten vor. Das Gondwanahaus ist diesen floristischen Gemeinsamkeiten und Unterschieden gewidmet: Im Mittelbeet sind Pflanzengruppen zu sehen, deren Vorfahren schon vor der Teilung auf dem Urkontinent Gondwana lebten. In den Aussenbeeten wiederum wachsen botanische Besonderheiten der einzelnen Erdteile.

Aloe plicatilis
Aloe plicatilis, Kapland Südafrika

Niemand weiss genau, wie die Vegetation auf Gondwana aussah. Mit Fossilfunden kann die Zusammensetzung der einstigen Flora rekonstruiert werden. Dank Auswertungen von Pollenablagerungen und fossilisierten Pflanzenteilen kann man sich auch vorstellen, wie die Vegetation zu verschiedenen Erdzeiten auf Gondwana zusammengesetzt war. Die meisten Pflanzen, welche den Urkontinent einst besiedelten, sind im Laufe der Jahrmillionen ausgestorben. Wollte man die wirkliche Gondwanaflora im Mittelbeet darstellen, müsste da ein Fossilienwald stehen oder Abbildungen von Pflanzenarten, die längst ausgestorben sind. So wachsen hier nun Arten, die als Nachfahren dieser verschwundenen Flora bezeichnen werden können und die heute auf den Kontinenten der Südhalbkugel anzutreffen sind.

Der Natal-Honigstrauch (Greyia sutherlandii) blüht leuchend rot im Gondwanahaus.

Verteilt im Gondwanahaus geben kurzweilige Infoschilder den Besuchenden einen vertieften Einblick in die Pflanzensammlung im Gondwanahaus.

Informative Schilder geben Einblick in die Geschichte und die charakteristische Pflanzenwelt Gondwanas.

Dank

Das Gondwanahaus konnte dank der grosszügigen Unterstützung von Rita und Ruedi, der Styner-Stiftung, dem AGG des Kantons Bern, dem Dählhölzi und den wertvollen Kontakten aus anderen botanischen Gärten realisiert werden. Ihnen allen gilt unser herzlichster Dank.