BOGA: 50 Jahre Grosse Schauhäuser und ein neuer «Zauberpflanzen»-Pfad

Der Botanische Garten der Universität Bern präsentiert und erforscht als lebendes Museum Pflanzen und ihre Lebensräume und vermittelt Wissen rund um Biodiversität und Mensch. Nun feiert der BOGA im Mai das 50-jährige Jubiläum seiner grossen Schauhäuser und macht mit der Eröffnung eines neuen «Zauberpflanzen»-Pfads die Vielfalt ethnobotanischer, also traditionell genutzter Pflanzen als Dauerausstellung erlebbar.

Menschen sind in vielfältiger Weise auf Pflanzen angewiesen und viele umgeben sich auch gerne mit ihnen – etwa, weil sie ihnen gefallen, weil sie an heissen Tagen Schatten spenden und so gesundheitlich guttun, oder weil sie kulturellen Zwecken dienen. Der Botanische Garten der Universität Bern (BOGA) vermittelt Wissen rund um Pflanzen, Biodiversität und Mensch und bietet Führungen und Thementage für Gross und Klein an. Er veranstaltet auch vielfältige Kulturveranstaltungen, die die Vielfalt der Natur widerspiegeln und Lust machen, sich mit ihr zu beschäftigen. Passend zum Erwachen der Pflanzenwelt feiern die grossen Schauhäuser im BOGA im Mai ihr 50-jähriges Bestehen. Zudem wird im Mai der neue «Zauberpflanzen»-Pfad durch das «Zaubernuss»-Wäldchen als Dauerausstellung eröffnet.

Historische Anlage mit architektonisch bedeutsamen Gebäuden

Seit 1859 ist der BOGA neben der Lorrainebrücke verortet, mitten in der Stadt Bern. Der BOGA besteht aus einer Freilandanlage im englischen Gartenstil, einem Schulungsraum in der Alten Fischerei und sieben Schauhäusern. Die vier kleinen Schauhäuser vor dem Institutsgebäude stammen aus den Anfangsjahren des Botanischen Gartens. Schon 1862 standen sie auf der Terrasse vor dem Institutsgebäude. Die drei architektonisch und botanisch bedeutsamen grossen Schauhäuser – Palmenhaus, Farnhaus und Sukkulentenhaus – wurden anfangs der neunzehnsiebziger Jahre von den Architekten Kissling & Kiener erbaut. «Die grossen Schaugewächshäuser in Bern stammen aus einer Zeit, in der die Faszination der Vielfalt der Pflanzen im Vordergrund der Vermittlung stand», ordnet Markus Fischer, Direktor des BOGA, ein. «Das macht sie zu spannenden Orten der Wissensvermittlung, die es uns heute erlauben, neben der Faszination auch komplexe Zusammenhänge rund um den weltweiten Biodiversitätsverlust, seine Ursachen und Folgen für den Menschen anschaulich und direkt erlebbar zu machen.» Die Eröffnungsfeier fand am 26. Mai 1976 statt. Die Schauhäuser feiern dieses Jahr also ihr 50-jähriges Bestehen. Der BOGA würdigt dieses Jubiläum im Mai mit einer Kooperationsveranstaltung mit Open House Bern. Das Architektur-Event lädt dabei erstmals zu einem Blick hinter die Fassaden des BOGA ein (siehe Infobox unten).

Neuer Zauberpflanzenpfad zeigt Pflanzen der Ethnobotanik

Ebenfalls im Mai eröffnet der BOGA seinen neuen «Zauberpflanzen»-Pfad durch das «Zaubernuss-Wäldchen» als Dauerausstellung. Der Pfad widmet sich einer Auswahl von bedeutsamen Pflanzen der Ethnobotanik. Deren Bekanntheit basiert auf praktischem Wissen über biochemische Wirkungen, eingebettet in kulturell überlieferte Erklärungsmuster. Die Ethnobotanik erforscht, wie Menschen Pflanzen traditionell nutzen, zum Beispiel als Nutz- oder Arzneipflanzen und im Brauchtum. «Im Mai eröffnen wir das Zaubernuss-Wäldchen mit dem neuen Pfad zu Ethnobotanik und Pflanzenmagie. Die gezeigten Pflanzenarten verzaubern sowohl mit ihrem Nutzen für den Menschen als auch mit den Mythen und Legenden, die sie umranken» freut sich Dr. Katja Rembold, wissenschaftliche Mitarbeiterin des BOGA. Zu diesen Pflanzen und den Menschen, die sie nutzen, kommen in der Veranstaltungsreihe «Unterm Ginkgo-Baum» verschiedenste Expertinnen und Experten zu Wort (siehe Infobox unten).

Architektur X BOGA, Open House 2026

Die Geschichte der modernen Architektur ist untrennbar mit der Entwicklung der Baumaterialien Stahl und Glas um die Mitte des 19. Jahrhunderts verbunden. Dank ihren spezifischen Anforderungen gehörten Gewächshäuser zu den ersten Bauten, an denen diese neuen Materialien und die zugehörigen Konstruktionsarten erprobt werden konnten, welche bis heute weite Verbreitung geniessen. Open House Bern öffnet die Türen architektonisch bedeutender Gebäude, ermöglicht den Zugang zu Freiräumen und lädt zu Stadtspaziergängen und Architekturerlebnissen ein. Dieses Jahr lädt das Architektur-Event erstmals auch zu einem Blick hinter die Fassaden des BOGA ein.
Samstag, 30. Mai 2026, Führungen um 10:00 Uhr, 12:00 Uhr & 14:00 Uhr.
Weitere Informationen zur Veranstaltung und Anmeldung: https://www.boga.unibe.ch/openhouse

«Zauberpflanzen»-Pfad im Zaubernuss-Wäldchen

Seit Neustem bereichert ein «Zauberpflanzen»-Pfad das bestehende Zaubernuss-Wäldchen. Die von informativen und illustrierten Texttafeln begleitete Lebendsammlung von ethnobotanisch bedeutsamen Pflanzen beleuchtet diese traditionell genutzten, oft als mystisch angesehenen Pflanzen aus unterschiedlichsten Perspektiven. Passend zum neuen Gartengebiet kommen in der diesjährigen Vortragsreihe «Unterm Ginkgo-Baum» Expertinnen und Experten zu Ethnobotanik und «Zauberpflanzen» zu Wort. Eröffnungsanlass ist am 21. Mai 2026, ab 18:00 Uhr.
Weitere Informationen: https://www.boga.unibe.ch/ginkgo

Öffnungszeiten und Nutzung des Botanischen Gartens

Der BOGA sieht sich als lebendes Museum, die Pflanzen sind seine Exponate. Nur wenige stehen hinter Glas, die meisten dieser natürlichen Kunstwerke sind in direkter Begegnung zu erleben. Ein für alle erbauliches Miteinander erfordert das Bewusstsein um die Verletzlichkeit der Pflanzen, den Wert dieser aussergewöhnlichen Pflanzensammlung und erfordert Regeln. Auf die Sommersaison 2026 hat der BOGA seine Gartenregeln überarbeitet. Im Sommer sind im BOGA Rangerinnen und Ranger unterwegs, die auf das besondere Umfeld hinweisen und bei Bedarf die neuen Gartenregeln (z.B. zu Liegeflächen, Velos, Bekleidung) durchsetzen.

Ebenfalls auf den Sommer 2026 werden die Öffnungszeiten am Abend etwas angepasst. Die Öffnungszeiten erlauben Besuche an 365 Tagen im Jahr, auch nach Büroschluss. Der Eintritt ist frei.

Öffnungszeiten (ab 1. Mai 2026):

Täglich geöffnet, Eintritt frei
Schauhäuser: 8.00 – 17.00 Uhr
Gartenanlage: Oktober – April: 8:00 – 17:00 Uhr
Mai – September: 8:00 – 19:30 Uhr (während Berner Sommerferien bis 21:00 Uhr)

Von Mai bis September sowie an schönen Tagen im April und Oktober hat die Cafébar Fleuri als Saisonbetrieb geöffnet. In den Berner Sommerferien bietet das Fleuri ein eigenes Veranstaltungsprogramm an.

Der Botanische Garten der Universität Bern

Der Botanische Garten gehört zur Universität Bern und präsentiert und erforscht Pflanzen und Lebensräume aus der ganzen Welt, darunter auch viele gefährdete Pflanzen. Die Pflanzensammlung des BOGA mit über 6’000 Arten zieht pro Jahr über 200’000 Besucherinnen und Besucher an, darunter zahlreiche Schulklassen, Führungsteilnehmende und Gäste kultureller Veranstaltungen. Die Sammlung ist nach ökologischen, geografischen und thematischen Kriterien in über 60 Gartenbereiche eingeteilt. Der BOGA verfügt zudem über eines der grössten Herbarien der Schweiz. Ein wissenschaftlicher Schwerpunkt des BOGA sind die Erhaltung und Ansiedlung gefährdeter Pflanzenarten, in enger Zusammenarbeit mit Kantonen und anderen Institutionen. Die geschützte Lage neben der Lorrainebrücke und die nahe Aare lassen in den Sommermonaten ein mediterranes Feriengefühle aufkommen, das von den Besucherinnen und Besuchern sehr geschätzt wird.
Weitere Informationen: https://www.boga.unibe.ch/

29.04.2026